Ayo.Für Joy Olasunmibo Ogunmakin alias Ayo. war die Veröffentlichung von “Down On My Knees” (2006) durchaus mit einer Geburt vergleichbar. Zumindest war es aber Ayo.s musikalische Geburtsstunde: Mit ihren unglaublich sanften, einfühlsamen und zugleich eindringlichen Melodien hat sie seither nicht nur die Herzen vieler Menschen, sondern auch die Charts erobert. Die Sängerin mit nigerianischen Wurzeln, die Bob Marley und Donny Hathaway gleichermaßen zu ihren wichtigsten Einflüssen zählt, hatte schon mit dieser ersten Single ein klangliches Universum erschaffen, in dem sie ihre ganz eigene Sicht der Dinge ausdrücken konnte.

Doch der Weg dorthin war nicht immer angenehm: Nachdem sie zwei Jahre mit ihrem Vater in Nigeria verbracht hatte, kehrte Ayo. nach Deutschland zurück und lebte dort für einige Zeit in einer Pflegefamilie. Ayo. beschreibt ihre Kindheit heute dennoch als schöne Zeit.
Schon als 13-Jährige begann Ayo. ihre ersten eigenen Songs zu komponieren. Nach einigen musikalischen Geh-Versuchen in Girlband-Projekten und ihrem Engagement bei den Sisters Keepers, schlägt Ayo. 2000 ihre Zelte  in Hamburg auf. In ihrer WG nimmt sie zusammen mit ihrem besten Freund George ‚Capudelup’ Brenner eine erste Version von “Down On My Knees” auf. Schon damals war ihr klar, dass dieser Song irgendwann die Single von ihrem ersten Album sein würde. Die Prophezeiung bewahrheitet sich wenige Jahre später: Das erste Album “Joyful” erschien im Jahr 2006 und erreichte in mehreren Ländern Gold- und Platinstatus.

Ihr zweites Album “Gravity At Last” nahm sie zwei Jahre später in den Compass Point Studios in Nassau auf den Bahamas auf. Auch hier war alles nach nur fünf Tagen Studiozeit im Kasten. Ayo. übernimmt bei der Produktion an der Seite von Jay Newland die Rolle der Co-Produzentin, während Größen wie Larry Campbell (Gitarre) und Lucky Peterson (Keyboards) als Session-Musiker aushalfen.

“In Farben ausgedrückt, hab ich mich mit dem Album von Hellblau zu Mitternachtsblau bewegt. Jean-Philippe, der mich unter Vertrag genommen und immer an mich geglaubt hat, rief mich an, während ich mich gerade in den Staaten aufhielt, und er berichtete mir, dass die Platte auf Platz #1 der französischen Charts gelandet war – obwohl einer der größten französischen Acts in derselben Woche ebenfalls ein neues Album veröffentlicht hatte. Und so saß ich dann also in Tränen aufgelöst in meinem Hotelzimmer, schaute mir meinen Lieblingsfilm ‘Forrest Gump’ an und konnte es kaum fassen.”

Während den Arbeiten an ihrem dritten Album „Billie-Eve“ erkrankt Ayo. lebensgefährlich und dachte in ihrem geschwächten Zustand sogar darüber nach, ihre Karriere als Sängerin komplett an den Nagel zu hängen. Stattdessen gönnte sie sich aber zunächst eine Auszeit. Mit Ayo.s zweiten Schwangerschaft kehrte schließlich auch die Inspiration zurück. Sie nimmt ein Album auf, welches den Namen ihrer damals noch ungeborenen Tochter Billie-Eve tragen sollte. Ihr musikalisches Baby kann sich sehen lassen: Vielschichtiger, noch emotionaler und aufwändiger gestrickt als die Vorgänger, geht “Billie-Eve” sofort nur unter die Haut und lässt einen nicht mehr los.

Das Album „Billie-Eve“ wurde in den Sear Sound Studios in New York aufgenommen. Nachdem die Songs geschrieben wurde, kontaktierte Ayo. die Session-Bassistin Gail-Ann Dorsey, die schon für David Bowie arbeitete, sowie Craig Ross, den Gitarristen von Lenny Kravitz, und Flemming Lauritsen, einen Schlagzeuger, der vom Sound her an die Ära der Band Of Gypsys erinnert. Nach dieser ersten Aufnahme-Session in New York, die wie bei den zwei vorangegangenen Alben wieder einmal fünf Tage gedauert hat, nahm Ayo. in Paris vier weitere auf.

Die musikalische Palette, die Ayo. präsentiert, ist breit gefächert und reicht von Reggae bis Psychedelic Rock. Unterwegs erfindet sie noch den Blues neu und zeigt, wie unglaublich viel Gefühl man in Soul-Musik verpacken kann. Ganz zu schweigen von den zutiefst persönlichen und gefühlstiefen.

Neben ihrer Musikkarriere ist Ayo. auch als Botschafterin für z.B. die UNICEF und Greenpeace in Frankreich aktiv.